Organisationsführung

Integrative Strategieplanung

Nachhaltigkeit in eine bereichsübergreifende konsistente Gesamtstrategie integrieren

Was ist damit gemeint?

Die Strategieplanung legt den Rahmen für langfristige Entscheidungen in Forschungsorganisationen fest. Der zugrunde liegende strategische Entwicklungsprozess ist das Zusammenspiel vielfältiger Managemententscheidungen unter Berücksichtigung dynamischer Veränderungen inner- und außerhalb der Organisation. Integrierte Strategieplanung begreift diesen Prozess als reflexiven Vorgang, der im Zusammenspiel mit allen Managementbereichen und unter Einbindung der Anspruchsgruppen geschieht.

Für Forschungsorganisationen ist die Strategieplanung sehr eng mit der Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Profils verbunden, die wiederum mit einem hohen Maß an Freiheiten stattfindet. Gleichzeitig stehen die Organisationen vor der Herausforderung, in einer von Dezentralität, zunehmenden Drittmitteleinnahmen und selbstbestimmtem Arbeiten geprägten Arbeitswelt verlässliche Berufsperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs oder die Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Laufbahn und Familie sicherzustellen. Ebenso sind Gebäude und Infrastrukturen bereitzustellen, die bei hohem Nutzerkomfort sowohl ökologische, ökonomische und soziale Anforderungen erfüllen.

Um die Forschungsstrategie optimal zu unterstützen, müssen daher auch eine langfristige Infrastrukturstrategie sowie eine Personalstrategie selbstverständlicher Bestandteil einer integrierten Strategieplanung sein. Dies kann beispielsweise mit der Entwicklung von Konzepten zur zukunftsfähigen Standortentwicklung inklusive der Bereitstellung von bedarfsgerechten Gebäuden und Infrastrukturen oder der Etablierung von Arbeitszeitmodellen verbunden sein. Die Umsetzung einzelner Maßnahmen des Personalmanagements oder Liegenschaftsmanagements greift hier jedoch zu kurz; stattdessen bedarf es einer Anbindung an die Leitungsebene und einer konsistenten Gesamtstrategie, die die Bereiche Personal und Liegenschaften integriert.

Relevant für die Umsetzung des Leitbilds „Nachhaltige Entwicklung“ im Rahmen der integrierten Strategieplanung sind politische Vorgaben ebenso wie freiwillig gewählte Ziele zur Einhaltung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte. Dabei bietet der Prozess der integrierten, alle Managementbereiche einschließenden Strategieentwicklung die Chance, Zielkonflikte aktiv zu managen und unter dem Dach eines gemeinsamen Werteverständnisses die Leitplanken einer langfristigen Ausrichtung festzulegen.

Wie kann eine Umsetzung in Forschungsorganisationen aussehen?

  • Integrative Strategieentwicklung, d.h. gemeinsame Festlegung von Zielen und Maßnahmen unter Beteiligung aller Funktionsbereiche
  • Identifikation und aktives Management potenzieller Zielkonflikte
  • Umsetzung regelmäßiger Strategieprozesse unter Integration der relevanten Funktionsbereiche
  • Umsetzung strategischer Foresight-­Prozesse zur Beobachtung von Trends beispielsweise am Arbeitsmarkt oder in der Gesetzgebung 

Praxisbeispiele

Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement bei Fraunhofer
Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement der Fraunhofer-Gesellschaft ist als Querschnittsaufgabe in den Strukturen verankert, um Ziele sowie Maßnahmen vorstandsbereichsübergreifend und in engem Zusammenwirken mit dem Nachhaltigkeitsnetzwerk der Fraunhofer-Institute zu setzen. 

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Institutsstrategie am Fraunhofer UMSICHT
Auf Institutsebene wird am Fraunhofer UMSICHT seit fast zehn Jahren an einer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie gearbeitet, die seit 2014 mit der Institutsstrategie eng verzahnt wird. Dabei kommen auch neue Dialogformate mit internen und externen Stakeholdern zum Einsatz.

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Fraunhofer UMSICHT hat als erstes Fraunhofer-Institut mit der Berufung eines Nachhaltigkeitsbeauftragten das Thema in der Organisation verankert

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Arbeitskreis Nachhaltigkeit der Leibniz-Gemeinschaft
Das Thema Nachhaltigkeit wird im Sinne des LeNa-Ansatzes als integraler Bestandteil der strategischen Weiterentwicklung der Leibniz-Gemeinschaft in verschiedenen Gremien konzeptionell bearbeitet. Eine wichtige Rolle spielt der Arbeitskreis Nachhaltigkeit in der Leibniz-Gemeinschaft, in dem Vertreter aller Sektionen organisiert sind.

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Nachhaltigkeits-
berichterstattung

DNK-Kriterien

  • 8 Anreizsysteme
  • 14 Arbeitnehmerrechte

GRI-Indikator

  • G4-LA4te und Prozesse